Vielfalt-XÜ

Die 21. Bundesjugendkonferenz der ASJ vom 16. Juni bis 19. Juni 2022 hat einstimmig eine Position zur Vielfalt in der ASJ verabschiedet. Das Positionspapier wurde zeitgleich auch in einfacher Sprache verabschiedet. 

GemeinSam Vielfalt leben – Diversität in der ASJ leben und fördern

Ein Positionspapier der Arbeiter-Samariter-Jugend Deutschland (ASJ)

Als Jugendverband stehen wir allen Kindern und Jugendlichen offen und leben Vielfalt. Dies ist in unserem Leitbild festgelegt. Solidarität und Toleranz zählen zu unseren wichtigsten Werten. Wir treten für die Gleichstellung aller Menschen ein. Wir sind davon überzeugt, dass eine vielfältige Welt bereichernd für alle ist. Die ASJ erreicht ihr volles Potenzial nur, wenn sie vielfältig aufgestellt ist.

Vielfalt oder „Diversität“ lässt sich auf unterschiedliche Arten beschreiben. In der Regel werden folgende Eigenschaften oder Dimensionen[1] verwendet:

  • ethnische Vielfalt/Nationalität,
  • Geschlecht und geschlechtliche Identität,
  • körperliche und geistige Fähigkeiten,
  • Religion und Weltanschauung,
  • sexuelle Orientierung,
  • soziale Herkunft sowie
  • Alter

 

Auf diese stützt sich die Unternehmensinitiative „Charta der Vielfalt“, in der unser Mutterverband ASB Mitglied ist. Die Initiative setzt sich für Diversität im Arbeitsumfeld ein.

Bei der Betrachtung von Diversität in der ASJ haben wir diese Dimensionen als Grundlage genutzt. Als Jugendorganisation treten wir überwiegend für die Interessen von Kindern und Jugendlichen ein. Diese Zielgruppe haben wir im Hinblick auf die Dimension Alter daher vorranging berücksichtigt.

Die Einordnung in verschiedene Dimensionen ist meist von außen zugeschrieben und betont die Unterschiede. Daher haben wir stattdessen wichtige Handlungsfelder innerhalb der ASJ herausgefunden, um Vielfalt sichtbar zu machen und zu fördern. Wir wollen gemeinsam mit unseren Mitgliedern die Prozesse hin zu einer vielfältigen ASJ gestalten.

Wir wollen unserem Anspruch gerecht werden, eine offene und vielfältige Gemeinschaft zu sein!

Unter einer offenen und vielfältigen Gemeinschaft verstehen wir: Menschen unterschiedlicher Merkmale und Hintergründe sind entsprechend der sieben Dimensionen zusammen.

Um dieses Ziel zu erreichen, betrachten wir uns zuerst selbst. Wir überprüfen unsere eigenen Strukturen, um Hindernisse oder Barrieren zu erkennen und abzubauen. So entwickeln wir uns stetig weiter. Hierfür ist uns ein Austausch zwischen allen Ebenen und Gliederungen der ASJ wichtig.

Jede Kinder- und Jugendgruppe, regionale Gliederung oder übergeordnete Organisationsebene legt ihre eigenen Ziele und Zeiträume fest, in denen diese erreicht werden sollen. Hierbei werden die jeweiligen Möglichkeiten und Voraussetzungen vor Ort berücksichtigt. Es ist sinnvoll, Unterziele zu bilden.

Um die festgelegten Ziele zu erreichen, kann es hilfreich sein, sich externe Unterstützung zu holen. Der Arbeitskreis Inklusion der Bundesjugend bietet seine Unterstützung bei der Suche von externen Expert:innen an. Wir möchten außerdem anregen, sich von anderen Vereinen oder Organisationen bereichern zu lassen.

Wir wollen für die Dimensionen der Vielfalt sensibilisieren!

Es ist wichtig, unsere Mitglieder für die Dimensionen von Vielfalt zu sensibilisieren, also darüber aufzuklären und zu informieren. So können wir die Ungleichbehandlung oder Diskriminierung von Menschen bekämpfen. Wir wollen nicht nur „auf dem Papier“ für alle offen sein. Das Thema Vielfalt kann so aktiv gelebt und nach außen getragen werden.

Wir sprechen Formen von Diskriminierungen an und entwickeln Wege, diesen zu begegnen. Wir besprechen Vorurteile und Klischees, überdenken diese und bauen sie ab. Damit nehmen wir Berührungsängste und Hemmungen und stärken die Menschenrechte, die jeder Mensch – ungeachtet seiner Merkmale – besitzt.

In der ASJ ist es in vielen Bereichen möglich, auf die einzelnen Vielfaltsdimensionen aufmerksam zu machen: in Seminaren, Workshops oder Fachtagen für Jugendgruppenleiter:innen oder in Gruppenstunden für Kinder und Jugendliche. Das Thema Vielfalt sollte als fester Baustein in unserer Ausbildung von Jugendgruppenleiter:innen verankert werden.

Wir wollen Barrieren abbauen!

Wir wollen allen Kindern und Jugendlichen den Zugang zu unseren Gruppenstunden, zu Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten sowie zu allen weiteren Veranstaltungen der ASJ ermöglichen. Dafür gestalten wir unseren Verband zukünftig so, dass niemand ausgeschlossen wird. Alle interessierten Kinder und Jugendlichen haben die Möglichkeit, sich im Verbandsalltag einzubringen und diesen aktiv mitzugestalten.

Zunächst identifizieren wir die bestehenden Barrieren, um diese (weiter) abzubauen:

  • Wir achten zukünftig vermehrt auf barrierearme Veranstaltungsorte.
  • Wir entwickeln unsere Publikationen (Flyer, Zeitschriften etc.) in verschiedenen Sprachen und in leichter Sprache.
  • Wir bedenken, dass Veranstaltungen je nach Bedarf in verschiedene Sprachen – beispielsweise in Deutsche Gebärdensprache – übersetzt werden sollten.
  • Wir nehmen Rücksicht auf verschiedene Essgewohnheiten.
  • Wir gestalten unsere Angebote und Veranstaltungen möglichst kostengünstig.

 

Wir sind uns bewusst, dass der Abbau von Barrieren ein langer Prozess ist. Wir prüfen diesen immer wieder und passen ihn auf die Bedürfnisse unserer Mitglieder an.

Wir wollen eine inklusive und einladende Kommunikation!

Wir achten auf Barrierefreiheit im digitalen Raum. Wir leben eine vielfältige Ansprache, um möglichst viele Menschen mit unseren Internet- und Social Media-Auftritten anzusprechen. Wir zeigen als ASJ, dass bei uns bereits viele verschiedene Menschen tätig sind. Jede:r ist bei uns willkommen.

Zukünftig wird in unserer Außenkommunikation auf allen Kanälen eine inklusive und einladende Sprache verwendet. Bei der Benennung von Veranstaltungen sollen sich alle Personengruppen stärker zugehörig fühlen können. Nicht alle Menschen feiern Weihnachten. Der Begriff „Weihnachtsfeier“ kann für diese Menschen weniger einladend wirken als ein „Jahresabschlussfest“.

Die Verwendung mehrerer und der leichten Sprache ermöglicht es Menschen, für die die deutsche (Schrift-) Sprache eine Hürde darstellt, unsere Angebote und Positionen zu verstehen. Die Sprache, die in Satzung, Jugend- und Geschäftsordnung verwendet wird, stellt bislang eine Barriere dar. Wichtige Strukturen und Inhalte aus Gremien sollen zudem für alle Kinder und Jugendlichen verständlich aufbereitet werden.

Wir als ASJ zeigen eine klare Haltung zum Thema Vielfalt. Wir bekennen offen unsere Solidarität mit bisher unterrepräsentierten und/oder von Diskriminierung betroffenen Personengruppen. Hierfür nutzen wir öffentlichkeitswirksame Medien wie unsere Social Media-Kanäle.

Alle ASJ-Mitglieder haben das Recht auf Beteiligung und Mitbestimmung!

Innerhalb der Verbandsarbeit leben wir einen wertschätzenden Umgang. Wir setzen uns für Vielfalt, eine vielfältige Ausgestaltung der Gruppenstunden und eine diverse Besetzung von Gremien und Ämtern ein.

In den Gremien der ASJ werden Entscheidungen getroffen, die das Verbandsleben gestalten und prägen. Die Interessen und Bedürfnisse von Minderheiten und wenig vertretener Gruppen müssen berücksichtigt werden. Der Zugang zu den einzelnen Gremien ist an Wissen und über die innerverbandlichen Strukturen geknüpft. Damit alle ASJler:innen ihr Recht auf Mitbestimmung wahrnehmen können, müssen Strukturen und Prozesse offen und leicht verständlich gemacht werden. Eine Übersetzung in einer für sie zugänglichen Sprache kann hilfreich sein.

Vielfalt ist in der ASJ allgegenwärtig. Gleichberechtigung ist dabei nur ein Punkt für ein gelungenes Zusammenleben. Ebenso wichtig ist es, ohne Wertung die Dimensionen der Vielfalt wahrzunehmen und anzuerkennen. Viele Kinder und Jugendliche sind von Diskriminierung betroffen. Wir erkennen die realen ausgrenzenden Folgen und die psychische Belastung der Betroffenen an. Wir gehen aktiv gegen Diskriminierung und Ausgrenzung in unserem Verband vor. Diskriminierung hat keinen Platz in der ASJ.

Wir wollen gemeinSam Vielfalt leben!

 

[1] Nach Gardenswartz/Rowe (2003): Diverse Teams at Work.

 

 

Vielfalt ist wichtig für die ASJ! Unser Motto heißt:

GemeinSam Vielfalt leben.

Ein Positionspapier der Arbeiter-Samariter-Jugend Deutschland (ASJ) in einfacher Sprache

Die ASJ ist vielfältig!

Vielfältig bedeutet, dass Menschen verschieden sind.

Dinge, die an Menschen verschieden sein können:

  • Die Farbe der Haut
  • An einen Gott oder mehrere Götter glauben
  • Eine Behinderung haben
  • Aus einem anderen Land kommen
  • Das Geschlecht
  • Auf Männer oder Frauen stehen
  • Viel oder wenig Geld haben
  • Jung oder alt sein

 

Manchmal werden Menschen deswegen ungerecht behandelt.

Das darf man in der ASJ nicht machen.

Das steht in unserem Leit-Bild.

Das ist ein wichtiger Text für die ASJ.

In dem steht, wie Menschen in der ASJ miteinander umgehen:

In der ASJ kann jede Person mitmachen und wir behandeln alle gleich.

In der ASJ sind alle füreinander da.

In der ASJ unterstützen sich alle gegenseitig.

Das sind wichtige Regeln, damit sich alle in der ASJ wohlfühlen.

Die Regeln gelten überall in der ASJ.

In allen Jugend-Gruppen und in ganz Deutschland.

 

Menschen sind verschieden.

In der ASJ sollen alle Menschen mitmachen.

Wir müssen gucken, wie das gehen kann.

Das kann jede Jugend-Gruppe, Gliederung, Landes-Jugend und Bundes-Jugend machen.

Es ist gut zu gucken, wie andere das machen.

Man kann sich Hilfe dazu holen.

Hilfe kann auch der Arbeits-Kreis Inklusion geben.

 

Manchmal klappt es nicht, dass alle mitmachen können.

Dann müssen wir herausfinden warum.

Deswegen müssen wir Barrieren abbauen.

Barrieren sind Hindernisse.

Beispiele dafür sind:

Eine Treppe zum Seminarraum. Ein Mensch im Rollstuhl kann dann nicht beim Seminar mitmachen.

Ein Text in schwerer Sprache. Manche können den Text nicht lesen oder verstehen.

Solche Barrieren wollen wir abbauen.

Wir wollen bei Veranstaltung darauf achten, dass der Ort wenig Barrieren hat. Das nennt man barrierearm.

Wir wollen unsere Texte und Veranstaltungen in verschiedenen Sprachen schreiben.

Wir bieten verschiedene Sachen zu Essen an.

Wir bieten unsere Veranstaltungen günstig an.

 

Es gibt auch Barrieren in unseren Köpfen.

Die heißen Vorurteile.

Dann denken Menschen schlecht über andere.

Ohne den Menschen zu kennen.

Zum Beispiel:

Einen behinderten Menschen sehen und denken, dass der dumm ist.

Einen Menschen mit dunkler Hautfarbe sehen und denken, dass der kriminell ist.

Gegen Vorurteile kann man etwas machen.

Als ASJ können wir Seminare anbieten.

Oder Gruppen-Stunden.

Dort können wir über Vorurteile sprechen.

So können wir Vorurteile abbauen.

 

Auch im Internet gibt es Barrieren.

Zum Beispiel schwere Texte.

Wir wollen alle Menschen ansprechen.

Deshalb verwenden wir verschiedene Sprachen.

Im Internet zeigen wir, dass wir Vielfalt wichtig finden.

Hierfür nutzen wir Facebook und Instagram.

 

In der ASJ gibt es verschiedene Gremien.

Das ist eine Gruppe von Menschen.

In einem Gremium werden wichtige Dinge entschieden.

Die Interessen aller Menschen sollen hier berücksichtigt werden.

Wir wollen, dass viele Menschen mitentscheiden können.

 

Vielfalt ist uns sehr wichtig.

Viele Menschen werden ausgegrenzt, weil sie sich in einer Sache

von anderen unterschieden.

Zum Beispiel: Hautfarbe, Geschlecht.

In der ASJ soll keiner ausgrenzt werden.

Wir wollen gemeinsam Vielfalt leben.

 

Beschlossen von der 21. Bundesjugendkonferenz in Leipzig am 18. Juni 2021